Häufige Fragen

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Vorsorge

Was ist der Unterschied zwischen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht?

Die Patientenverfügung legt fest, welche medizinischen Behandlungen Sie wünschen oder ablehnen. Die Vorsorgevollmacht bestimmt, wer für Sie entscheiden und handeln darf, wenn Sie es selbst nicht mehr können. Am besten hat man beides.

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Brauche ich für die Vorsorgevollmacht einen Notar?

Für die meisten Angelegenheiten reicht die einfache Schriftform. Für Bankgeschäfte, Immobilien oder ein Unternehmen empfiehlt sich eine notarielle Beurkundung oder zumindest eine öffentliche Beglaubigung, weil viele Stellen darauf bestehen.

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Was passiert, wenn ich keine Vorsorgevollmacht habe?

Dann bestellt das Betreuungsgericht einen rechtlichen Betreuer — oft einen Angehörigen, manchmal aber auch einen Fremden. Seit 2023 dürfen Ehegatten sich in Gesundheitsfragen für bis zu sechs Monate gegenseitig notvertreten (§ 1358 BGB); für alles Weitere braucht es eine Vollmacht oder Betreuung.

Ab wann sollte man vorsorgen?

Jede volljährige Person kann von heute auf morgen in eine Lage geraten, in der sie nicht mehr selbst entscheiden kann — durch Unfall oder Krankheit. Vorsorge ist deshalb keine Frage des Alters. Mit dem Vorsorge-Check sehen Sie in zwei Minuten, wo Sie stehen.

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Wo bewahre ich meine Vorsorgedokumente auf?

An einem sicheren, aber für Ihre Angehörigen auffindbaren Ort. Die Vollmacht sollte die bevollmächtigte Person im Original bekommen. Wichtig ist, dass im Ernstfall jemand weiß, wo alles liegt.

Im Todesfall

Was muss ich als Erstes tun, wenn jemand stirbt?

Zuerst einen Arzt rufen, der den Totenschein ausstellt. Dann die nächsten Angehörigen informieren und ein Bestattungsinstitut beauftragen, das die verstorbene Person abholt. Alles Weitere hat ein paar Tage Zeit.

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Wie schnell muss ein Verstorbener bestattet werden?

Die Fristen regeln die Bundesländer. Eine Erdbestattung muss meist innerhalb von vier bis zehn Tagen erfolgen, frühestens aber 48 Stunden nach dem Tod. Für Einäscherungen gelten oft längere Fristen. Die Überführung in eine Leichenhalle ist in der Regel binnen 24 bis 36 Stunden vorgesehen.

Welche Unterlagen braucht das Standesamt für die Sterbeurkunde?

In der Regel Totenschein, Personalausweis der verstorbenen Person sowie Geburts- und ggf. Heiratsurkunde oder das Familienstammbuch. Der Bestatter übernimmt diesen Gang meist für Sie. Fordern Sie gleich mehrere Ausfertigungen an.

Wer darf über die Bestattung entscheiden?

Zuerst zählt der Wille der verstorbenen Person, etwa aus einer Bestattungsverfügung. Ohne eine solche entscheiden die totenfürsorgeberechtigten nächsten Angehörigen — üblicherweise in der Reihenfolge Ehe-/Lebenspartner, Kinder, Eltern, Geschwister.

Was ist bei einem Todesfall im Ausland zu tun?

Setzen Sie sich mit einem Bestatter und dem zuständigen Konsulat in Verbindung. Für eine Überführung nach Deutschland sind besondere Papiere (u. a. der „Leichenpass") nötig. Das ist aufwendig — hier lohnt sich ein erfahrener Bestatter besonders.

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Bestattung

Welche Bestattungsarten gibt es?

Die gängigsten sind Erd-, Feuer-, See-, Baum- und anonyme Bestattung. Sie unterscheiden sich in Ablauf, Ort, Kosten und im Pflegeaufwand. Ein Vergleich hilft bei der Entscheidung.

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Darf die Urne mit nach Hause?

In Deutschland gilt der Friedhofszwang: Auch Urnen müssen grundsätzlich auf einem Friedhof oder an einem ausgewiesenen Ort beigesetzt werden. Ausnahmen sind selten und regional unterschiedlich geregelt.

Ist eine Trauerfeier Pflicht?

Nein. Eine Trauerfeier ist ein Angebot für die Hinterbliebenen, keine Pflicht. Sie kann groß oder ganz schlicht sein, kirchlich, weltlich oder frei gestaltet — oder ganz entfallen.

Kann man zu Hause Abschied nehmen?

Ja, für eine begrenzte Zeit ist eine Aufbahrung zu Hause in vielen Bundesländern möglich. Wie lange, regelt das jeweilige Landesrecht. Ihr Bestatter kennt die Vorgaben vor Ort.

Kosten & Geld

Was kostet eine Bestattung?

Je nach Art, Region und Umfang liegen die Gesamtkosten meist zwischen rund 1.500 € (anonym) und über 10.000 € (aufwendige Erdbestattung). Den größten Unterschied machen oft die Friedhofs- und Grabnutzungsgebühren.

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Wer zahlt die Beerdigung?

Die Kosten tragen die Erben (§ 1968 BGB) — üblich ist, sie vor der Verteilung aus dem Nachlass zu entnehmen. Bei mehreren Erben werden sie geteilt. Wer die Bestattung organisiert, muss nicht zwingend auch zahlen; das hängt davon ab, ob diese Person auch erbt.

Zahlt die Krankenkasse ein Sterbegeld?

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt seit 2004 kein Sterbegeld mehr. Wer die Bestattungskosten absichern möchte, nutzt heute meist eine private Sterbegeldversicherung oder legt Geld gezielt zurück.

Mehr zum Sterbegeld →
Was, wenn ich die Beerdigung nicht bezahlen kann?

Können die Kostenpflichtigen die Bestattung nicht aus eigenen Mitteln tragen, übernimmt das Sozialamt die „erforderlichen" Kosten (Sozialbestattung, § 74 SGB XII). Den Antrag stellt man beim Sozialamt; die Bestattung selbst fällt dann schlicht aus.

Wie sichere ich die Bestattungskosten zu Lebzeiten ab?

Üblich sind eine Sterbegeldversicherung oder ein zweckgebundenes Treuhandkonto. Das so angelegte Geld ist für die spätere Bestattung reserviert und in der Regel vor dem Zugriff Dritter — etwa des Sozialamts — geschützt. Das ist keine Finanzberatung; lassen Sie sich individuell beraten.

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Erbe & Nachlass

Wer erbt, wenn es kein Testament gibt?

Dann greift die gesetzliche Erbfolge (§§ 1924 ff. BGB): Zuerst erben Ehepartner und Kinder, danach Eltern und Geschwister. Wie viel jeweils, hängt von Familienstand und Güterstand ab. Der Erbfolge-Rechner zeigt es für Ihre Situation.

Erbfolge berechnen →
Was ist der Pflichtteil?

Der Pflichtteil sichert nahen Angehörigen (Kinder, Ehepartner, teils Eltern) einen Mindestanteil, selbst wenn ein Testament sie enterbt. Er beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils (§ 2303 BGB) und ist ein Anspruch auf Geld.

Pflichtteil berechnen →
Brauche ich immer einen Erbschein?

Nein. Liegt ein notarielles Testament vor, verzichten Banken und Grundbuchämter oft darauf. Ohne Testament oder bei Immobilien ist der Erbschein meist nötig. Er wird beim Nachlassgericht beantragt und kostet nach dem Nachlasswert.

Wie hoch ist die Erbschaftsteuer?

Das hängt vom Verwandtschaftsgrad und vom Wert ab. Ehepartner haben 500.000 € Freibetrag, Kinder 400.000 €. Nur was darüber liegt, wird versteuert — der Satz steigt mit der Höhe. Der Rechner schätzt es für Sie.

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Kann ich ein Erbe ausschlagen?

Ja. Wer ein überschuldetes Erbe nicht antreten will, kann es innerhalb von sechs Wochen ab Kenntnis beim Nachlassgericht ausschlagen (§ 1944 BGB). Nach Ablauf gilt das Erbe als angenommen — dann haftet man grundsätzlich auch für Schulden.

Trauer

Wo finde ich Hilfe bei Trauer?

Es gibt Trauergruppen, Trauerbegleiterinnen und -begleiter, seelsorgerische Angebote und Telefonseelsorge. Sich Unterstützung zu holen ist keine Schwäche, sondern hilft, mit dem Verlust zu leben.

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Wie kondoliere ich richtig?

Ehrlich und schlicht. Ein paar persönliche Worte sagen mehr als perfekte Formulierungen. Sie können mündlich, mit einer Karte oder online kondolieren — wichtig ist, dass die Hinterbliebenen spüren, dass sie nicht allein sind.

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Wie lange dauert Trauer?

Trauer folgt keinem Zeitplan. Sie verläuft in Wellen und ist bei jedem Menschen anders. Es gibt kein „zu lange" und kein „falsch". Wenn die Trauer Sie dauerhaft lähmt, suchen Sie sich bitte Unterstützung.

Diese Antworten geben einen allgemeinen Überblick (Rechtsstand 2026) und ersetzen keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Vieles ist in Deutschland Ländersache, deshalb können Fristen und Zuständigkeiten regional abweichen.